Kaffeesatz lesen

Das Lesen des insbesondere bei Mokkazubereitungen sich bildenden Kaffeesatzes dient im Volksspiritismus dem Wahrsagen der Zukunft und wird Kaffeedomantie genannt. Es existieren drei verschiedene Methoden: Bei der ersten Methode muss der noch nasse Kaffeesatz von der Person, deren Zukunft erforscht werden soll, mit dem Finger umgerührt werden, bevor er austrocknet. Anschließend werden aus den Mustern, die sich während des Trocknungsprozesses gebildet haben, Rückschlüsse auf die Zukunft gezogen. Bei der zweiten Methode nimmt man gewaschenen und getrockneten Kaffeesatz und legt die Körnchen auf einen flachen Teller. Nun bewegt man ihn mit einem Finger so lange, bis die gesamte weiße Fläche bedeckt ist. Die Figuren, die sich dabei gebildet haben, werden nun gedeutet. Bei der dritten Variante wird die Untertasse bzw. der Unterteller der Mokkatasse auf diese gelegt, dann dreht man die Tasse mit dem feuchten Kaffeesatz zusammen mit der Untertasse nach unten und stellt diese ab. Dann lässt man den Kaffeesatz trocknen. Nach der Trocknung werden die Muster gedeutet, die sich beim Herunterlaufen des Satzes im inneren Tassenrand gebildet haben; auch aus einer Kaffeepresse kann der Kaffeesatz gelesen werden. Ähnlich dem Bleigießen ist es sinnvoll, vor dem Beginn des Kaffeesatzlesens eine Frage zur Zukunft zu stellen. Der Kaffeesatz dient dann dazu, diese zu beantworten.